Erfatal-Museum Hardheim
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Vor- und Frühgeschichte im Erfatal

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Frühe Spuren

Erste Spuren haben Menschen im Erfatal schon vor etwa 5000 Jahren hinterlassen: Werkzeuge aus Stein.

Aber erst mehr als zweieinhalb tausend Jahre später häufen sich die Funde: keltische Gräber in Erfeld und Schweinberg, und die keltische Viereckschanze von Gerichtstetten.

Die Kelten sind das älteste Volk Mitteleuropas, dessen Name überliefert ist - allerdings nicht durch die Kelten selbst, die die Schrift noch nicht kannten.

Um die Jahrhundertwende wurde bei Gerichtstetten die erste keltische "Viereckschanze" ausgegraben; damals war die Nutzung der Anlage unklar. Man dachte an eine militärisch genutzte Schanze - deshalb der Name. Heute überwiegt die Ansicht, die Viereckschanzen hätten kultischen Zwecken gedient.

Ein Steinbau, dessen Mauern ebenfalls in der Schanze entdeckt wurden, galt vor 90 Jahren als Sensation: man sah darin das älteste aus Stein gebaute Haus Südwestdeutschlands. Heute vermutet man allenfalls ein Gebäude aus römischer Zeit - ein Vorposten des Limes? - oder gar erst des frühen Mittelalters.

Frühe Spuren


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Römer und Germanen

Niemand weiß, wann die keltische Besiedlung des Erfatals ihr Ende gefunden hat.

Die möglicherweise römischen Stücke aus der Viereckschanze von Gerichtstetten legen deren Nutzung auch in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung zwar nahe, ohne jedoch konkret etwas über die Bewohner zu dieser Zeit - Kelten, Römer oder Germanen? - zu sagen.

Auch eine römische Pflugschar aus Hardheim gibt uns wenig Auskunft.

Wahrscheinlich erscheint lediglich, daß das karge Ackerland des Erfatals in den Jahrhunderten nach dem Einfall der Alamannen in das römische Land hinter dem Limes und nach dem Rückzug der Römer hinter den Rhein noch dünner besiedelt war als andere Gebiete in der beginnenden Zeit der Völkerwanderung.

Exponattexte

G 3.1

Die Gerichtstettener Viereckschanze - angelegt wohl im ersten Jahrhundert vor Christi Geburt - und der etwa 10 km westlich davon verlaufende Limes, die Grenze des römischen Weltreichs zwischen etwa 160 und 260 n.Chr. Römische Funde aus der Gerichtstettener Viereckschanze - eine eiserne Kreuzhacke und mehrere eiserne Balkenklammern - belegen möglicherweise die Nutzung der Anlage auch noch in römischer Zeit.

G 5.1

Römische Pflugschar; undatiert (vor 300 n.Chr.?)

Das einzige bekannte römische Fundstück aus Hardheim selbst - gefunden in den sechziger Jahren beim Bau einer Werkstatt an der Erfa - wirft viele Fragen auf: Kam die Pflugschar noch zu römischer Zeit in das Gebiet vor dem Limes oder erst später? Wie lange wurde die Pflugschar - die in ähnlicher Form noch im frühen Mittelalter gebraucht wurde - benutzt? Lassen sich daraus Folgerungen für die frühmittelalterliche Besiedlung des Erfatals ziehen?

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