Texte der Abteilung Hardheimer Geschichte |
Das Erfatal-Museum Hardheim"Heimlicher
Sammeleifer hat manche Zeugen ferner Tage zusammengetragen und ihnen in den
stillträumenden Höhen unter den gewaltigen Balken des Schloßspeichers, in einem kleinen
Stübchen, ein heimlich Wohnplätzchen gegeben..." |
Exponattexte G 0.2 |
G 1/2Hardheim und seine OrtsteileSeit 1975 besteht die Gemeinde Hardheim aus acht bis dahin selbständigen Ortsteilen: Bretzingen, Dornberg, Erfeld, Gerichtstetten, Hardheim, Rütschdorf, Schweinberg und Vollmersdorf; schon seit dem Mittelalter gehört Rüdental zu Hardheim, seit 1924 auch der Hof Breitenau. Die Gemeinde zählt heute zum Neckar-Odenwald-Kreis (Region Unterer Neckar, Regierungsbezirk Karlsruhe). |
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G 6Erste ErwähnungenIn der
Lokalgeschichtsschreibung spielt die erste Erwähnung eines Ortes eine große Rolle. Sie
allein kann Alter und frühe Entwicklung einer Siedlung auf das Jahr genau belegen. Und
nur durch sie kann ein Jubiläum gefeiert werden. |
Exponattexte G 6.1 G 6.2 |
G 3Frühe SpurenErste Spuren haben
Menschen im Erfatal schon vor etwa 5000 Jahren hinterlassen: Werkzeuge aus Stein. |
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G 5Römer und GermanenNiemand weiß, wann
die keltische Besiedlung des Erfatals ihr Ende gefunden hat. |
Exponattexte G 3.1 G 5.1 |
G 8Streit um HardheimDie Jahrhunderte des
hohen Mittelalters bis zur frühen Neuzeit hin waren im Erfatal geprägt durch die
Herrschaftskonkurrenz verschiedener Hoch- und Niederadelsgeschlechter und der Bistümer
Mainz und Würzburg. |
Exponattexte G 8.1 |
G 9Die Herren von HardheimDie Herren von
Hardheim waren zu Beginn ihrer Familiengeschichte keine Adligen, sondern Unfreie. Sie
dienten den Edelfreien von Dürn in der Verwaltung ihrer Besitztümer und Rechte. |
Exponattexte G 7.3
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G 10Schweinberg, Boxberg, WertheimDie Familie derer von
Schweinberg zählte offensichtlich zu den edelfreien - schon früh adligen - Geschlechtern
der Gegend. |
Exponattexte G 10.2 |
G 11Schlösser und BurgenÜber Jahrhunderte
hinweg waren Schlösser und Burgen der Adligen nicht nur Befestigungen zur Verteidigung.
Sie waren auch Symbol der Herrschaft des Herren über seine bäuerlichen Untertanen. |
Exponattexte G 11.1 |
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G 12Herr und Bauer: mittelalterliche Herrschaft"»Niemand kann
zween Herren dienen« heißt ein viel gebrauchtes Wort; für den Bauer des 16.
Jahrhunderts und der folgenden Jahrhunderte bis ins 19. hinein galt das nicht: der mußte
oft genug nicht nur zweien, sondern vier und fünf und noch mehr Herren dienen, nämlich
abgesehen vom Kaiser einem Landesherren, unter dem häufig ein Dorfherr stand, einem oder
mehreren Zehntherrn, dem Grundherrn, dem Leibherrn, ganz abgesehen davon, daß er dem
Schultheißen und dem Gericht seiner Gemeinde und den Bürgermeistern und so manchen
andern Dorfherrn zwar nicht zu dienen, aber je nach Lage der Dinge zu gehorchen
hatte." |
Exponattexte G 12.5 |
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| G 12 / 3 Mittelalterliche Herrschaft - Beispiel Steinemühle 1482 Ein Beispiel für die
komplizierte Regelung der verschiedenen Herrschaftsbereiche im ausgehenden Mittelalter ist
ein Lehensbrief des Ritters Georg (II.) von Hardheim über seine Hälfte der Steinemühle. |
G 14.1 Grenzstein; 1594 Im Jahr 1594 wurde in Hardheim anläßlich einer "Inventur" der Besitz der Herren von Hardheim in einer Güterbeschreibung festgehalten. Offensichtlich wurden dabei auch verschiedene Güter durch Steine markiert - aus diesem Jahr stammt auch dieser Stein mit der Signatur LM 1594. G 14.2 Grenzstein;
Ende 16. Jahrhundert |
G 13Bauer und Herr: BauernkriegDas 16. Jahrhundert
beginnt in Franken für die Bauern mit großer Not: Mißernten und höhere Abgaben
verschlechtern ihre Lage. Auch kündigt sich ein großer Umbruch an: das mittelalterliche
Weltbild kommt durch humanistische und reformatorische Gedanken ins Wanken, der Buchdruck
trägt sie bis ins kleinste Dorf. |
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G 15Hardheim: Spital und Juden, Markt und MauerOffensichtlich stand
das Dorf Hardheim ausgangs des Mittelalters kurz davor, eine Stadt zu werden, denn es wies
Merkmale auf, die ein Dorf zu dieser Zeit nicht besaß. |
Markttage in Hardheim 1585 auf Albani (= 21. Juni) |
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| G 15 / 1 Urkunde Kaiser Ludwigs des Bayern; 14. September 1318 Kaiser Ludwig der Bayer verpfändet mit dieser Urkunde die Hardheimer Juden um 200 Pfund Heller an die Ritter Werner und Reinhard von Hardheim; diese erste Erwähnung der jüdischen Gemeinde in Hardheim bezieht sich auf das Schutzrecht des Königs gegenüber den jüdischen Gemeinden, das "Judenregal". (Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kaiser Ludwig Selekt 165) Transkription: 1 Wir Ludowich von
Gotes Gnaden Romischer Könich ze allen zeiten merer des Riches. Thun kunt allen / Übertragung: Wir Ludwig, von Gottes Gnaden Römischer König, zu allen Zeiten Mehrer des Reichs, tun kund allen, die diesen Brief sehen oder hören lesen, daß wir unseren getreuen Reinhard und Werner von Hardheim für den Dienst, den sie uns nun haben geheißen zu tun (um den sie uns gebeten haben), gelten sollen 200 Pfund Heller. Und für dieselben Heller versetzen wir ihnen unsere Juden, die zu Hardheim gesessen sind, so lange zu halten, bis wir sie um die erwähnten 200 Pfund Heller von ihnen wieder ledigen (einlösen). Darüber zur Urkunde geben wir ihnen diesen Brief, mit unserem Siegel versiegelt, der gegeben wurde zu Frankfurt, am Dienstag nach des Heiligen Kreuzes Tag, als es erhöht wurde, da man zählt von Christi Geburt dreizehnhundert Jahre, danach im achtzehnten Jahr, im vierten Jahr unseres Reichs. G 15/2 Urkunde Bischof Georg Karls von Würzburg; 3. August 1798 Hardheim wird mit dieser Urkunde des Landesherren das Recht erteilt, einen vierten Jahrmarkt abzuhalten - auf St. Jakobus (11. Mai). (Gemeindearchiv Hardheim, U 10) Transkription: Wir Georg Karl von
Gottes Gnaden Bischof zu Würzburg des Heiligen Römischen Reichs Fürst und Herzog zu
Franken. |
G 16Schweinberg: Stadtrecht für ein Dorf?Auch Schweinberg
befand sich im 14. Jahrhundert auf dem Weg, eine Stadt zu werden. |
Markttage in Schweinberg 1792 Montag (Jahr-)/Dienstag
(Viehmarkt) nach Maria Lichtmeß (2.2.), Dienstag nach Rosenkranz (7.10.) Viehmarkt |
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| G 16 / 1 Urkunde König Wenzels; 18. März 1379 König Wenzel hat dem
Grafen Hans von Wertheim das Recht erteilt, aus seinem Dorf Sweinburg eine Stadt zu machen
- was allerdings nie ausgenützt wurde. Übersetzung: Wir, Wenzel, von Gottes Gnaden römischer König, zu allen Zeiten Mehrer des Reichs, und König zu Böhmen, bekennen und tun kund öffentlich mit diesem Brief allen denen, die ihn sehen oder hören lesen, daß wir durch mannigfaltige Dienste und Treue, die uns und dem Reich der Edle Hans von Wertheim, unserer und des Reichs Getreuer, oft willig und zu unserem Nutzen getan hat und weiterhin tun soll und mag in künftigen Zeiten, (daß wir) ihm die Gnade getan haben und tun, mit rechtem Wissen und aus königlich-römischer Macht, daß er aus dem Dorf Schweinberg, bei der Feste desselben Namens gelegen, eine Stadt machen kann. Derselben Stadt Schweinberg (haben) wir aus erwähnter königlich-römischer Macht alle Rechte gegeben und geben sie kraft dieses Briefs, die unsere und des Reiches Stadt Gelnhausen hat und gebraucht, ohne Auswirkungen auf andere Städte und ihre Rechte, die im Umkreis einer Meile liegen, und (wir) gebieten allen, Fürsten - geistlichen und weltlichen -, Grafen, Freien, Dienstleuten, Rittern, Knechten, Gemeinschaften der Städte und allen anderen unserer und des Reichs Getreuen, daß sie den genannten Grafen Hans, seine Erben und auch die genannte Stadt Schweinberg an unseren Gnaden nicht hindern oder irren sollen in keiner Weise, da sie sonst unsere und des Reichs Ungnade erwirken. Wir bezeugen dies (durch diesen) Brief, versiegelt mit unserem königlich-majestätischen Siegel, der gegeben wurde zu Nürnberg nach Christi Geburt dreizehnhundert Jahre danach im 79. Jahr am nächsten Freitag nach Laetare, in unsres Böhmischen Reichs 16. und dem römischen Reichs 3. Jahre. |
Exponattexte G 16.2 G 16.4 Der Mörser ist noch heute das Symbol der Apotheker; in Hardheim gab es schon früh eine Apotheke, entstanden im Zusammenhang mit dem Spital. |
G 18Kirche im MittelalterIm hohen Mittelalter
stehen Kirche und Glauben im Mittelpunkt des Denkens. |
Exponattexte G 18.1 |
G 19ReformationIm späten
Mittelalter treten innerhalb der Kirche aus verschiedenen Ursachen zunehmend
Verfallserscheinungen auf; sie äußern sich in Schisma und Verweltlichung am päpstlichen
Hof und innerhalb des Klerus, aber auch in tiefer und weltentsagender Frömmigkeit - so
lebte ein Einsiedler bei der von den Herren von Hardheim um 1400 auf Dornberger Gemarkung
gestifteten "Kappel unserer lieben Frau im Walde". |
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| G 19/1 Vom Hardheimer "Reformator" Wolf von Hardheim
handelt auch eine Sage, deren historischer Hintergrund der hochpolitische Streit zwischen
dem Grafen von Wertheim und den Rittern von Hardheim bildet: die Grafen von Wertheim
hatten ihre landes- und gerichtsherrschaftlichen Rechte in Hardheim als Lehen auf die
Ritter von Hardheim übertragen, die als Gegenleistung die Oberherrschaft der Wertheimer
Grafen anzuerkennen hatten und dies im 16. Jahrhundert nicht mehr wollten. |
G 20GegenreformationSchon die
Durchführung der Reformation in den einzelnen Territorien wurde vielfach von seiten der
Landesherren benutzt, ihre Herrschaft auszuweiten. |
G
20/1 Als
Grundlage der Gegenreformation des Baulandes durch den Würzburger Bischof Julius Echter
von Mespelbrunn können verschiedene Visitationen der Pfarreien des Baulandes gelten, die
eine Bestandsaufnahme des Zustandes der einzelnen Pfarreien und entsprechende
Gegenmaßnahmen erlaubten. |
G 23Zeugnisse des GlaubensEin Charakteristikum
der Gegend, vielleicht begründet durch den doppelten Wechsel der Konfession: die
Frömmigkeit der Menschen in den vergangenen Jahrhunderten fand in allen Lebensbereichen
bildhaften Ausdruck. |
Exponattexte G 17.3 |
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G 21.2 Steinplatte; 1514 Die Inschrift dieser Steinplatte, die auf dem Hardheimer Friedhof gefunden wurde, lautet: Anno d(omi)ni / mo v` vnd / 14 ior im / langen winter / i d f g G 21.4 Karfreitagsratsche; 19. Jahrhundert In der Karwoche - zwischen Gründonnerstag und Karsamstag - durften die Kirchenglocken nicht geläutet werden; als Ersatz dafür wurden die Gottesdienste mit den Karfreitagsratschen angekündigt. G 22.1 Religiöse Figuren Verschiedene religiöse Figuren - meist aus Gips, einige aber auch aus Porzellan oder Bronze - dienten als frommer Hausschmuck. Wie bei religiösen Bildern tauchen auch hier die verschiedensten Motive auf - Jesus Christus, Maria, die heilige Familie, Heilige und Engel. |
G 23aLiborius Wagner - ein Leben im Dreißigjährigen KriegZwischen Juni 1625
und August 1626 - mitten im Dreißigjährigen Krieg - amtierte an der Hardheimer
Pfarrkirche ein Kaplan, dessen Biographie exemplarisch im Zeitalter der Glaubenskriege
ist: Liborius Wagner. |
Exponattexte G 23a/1 |
G 23bDer Dreißigjährige KriegWir sind doch nunmehr
gantz / ja mehr denn gantz verheeret! |
G 25Amt Schweinberg und Amt HardheimSchon früh
versuchten die Grafen von Wertheim, in ihrem Herrschaftsgebiet durch die Einrichtung von
Ämtern als Verwaltungseinheiten ihren Anspruch auf Landes- und Gerichtsherrschaft
durchzusetzen. |
G 25Absolutismus im FürstbistumNach den verheerenden
Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges erholte sich das Erfatal nur langsam: zu groß
waren auch hier die Verwüstungen durch immer neue Kriegszüge und Einquartierungen
verschiedenster Truppen. |
Exponattexte G 23b.2 |
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| G 25/1 Urkunde Johann Philipps von Schönborn, Erzbischof von Mainz und Bischof von Würzburg und Worms; 28. März 1668 Schon im Jahr 1613 hatte der Würzburger Bischof Julius Echter von Mespelbrunn der Gemeinde Hardheim ein eigenes Siegel verliehen, das bei der Wiederverleihung durch Bischof Johann Philipp von Schönborn so beschrieben wird: "Unseres geehrten Herrn und Vorfahrens (des Julius Echter von Mespelbrunn) angeborenes und dann des Stifts gewöhnliche Wappen ("fränkischer" Rechen und das Rennfähnlein) in einem runden Zirkel, darüber in der Mitte eine Kirche mit zwei Türmen, und zwischen beiden Türmen auf einem Halbmond das Bild Unserer Lieben Frau, weiß umflammt wie die Sonne, in der rechten Hand ein Szepter, in der linken das Jesuskindlein tragend..." (Gemeindearchiv Hardheim, U 3) Transkription: WIR Johann Philipps von Gottes gnaden des Heil:Stuls / zu Maintz Ertzbischoff des heÿl:Röm;Reichs durch Germanien ErtzCantzlar, und Churfürst, Bi= / schoff zu Würtzburg und Wormbs, und Hertzogs zu Franckhen. - Nachdeme / beÿ Uns Unsere liebe getrewe Schultheiß Bürgermeister und Gericht zu Hartheim Underthenigst und (beweglichst) / einkommen, was gestalten Unser geehrter Lieber herr und Vorfahrer am Stifft, weÿlandt Bischoff / Julius Christmildsten andenckhens, in dem Jahr SechZehenhundert und DreÿZehen, sie mit einem eigen / von Gerichts Insigel begnädiget, davon sie ein Model überreicht haben: Nachfolgender gestalt; / als under nachst höchstbesagtens Unsers geehrten herrn und Vorfahrens Angebohren, und dan des / Stiffts gewöhnliche Wappen in einer ronden Zierkhel, über dem in der mitte ein Kirchen mit zweÿ / Thürnlein, und dan Zwischen beeden Thürnlein, uff einem halben Mond Unser Lieben frawen Bildt / gerings weiß flammirt, als die Sonn " in der rechten Handt ein Scepter, in der Linckhen das JESV / Kindlein tragend, welches Insiegel (...) die darauff erfolgt,, und höchst(....bluhr) Kriegs(....) erbaut / und (5 Worte unleserlich) seÿe, dabeÿ Underthänigst (Rest der Zeile unleserlich) / ihnen die hie(..)rige Gnad und Freÿheit wiederumb zu ertheilen, und zu verstatten, damit sie mehrgedt: Insigel / der form nach wie obgemelt renoviren, und fürterhin gebrauchen mögen; - bekennen / und tun kundt hiemit gegen Männiglich, das Wir (...) Unsers Schultheisen Bürgermeister und Ge=/richts eingewandte Zimliche Bitt, als in Gnaden angesehen, und (...) haben, das derselbe vor ange=/regtes Insigel wiederumb (...)stechen, ernewrn und renovirn ; auch künfftig dessen Unsrem allgemeinen / Contract=Insiegel, ÿrloch, ohne abbruch, und nachtheil:(...) gebrauchen mögen, ohne (...) So geben / und Geschehen, Würzburg, Under Unserm hieran gehängten Cantzleÿ=Secret=Insigel, den acht und Zwaintzigsten Tag Martÿ, Anno 1668 |
G 24.2 Wappenstein; 1877 Der Stein mit dem Hardheimer Gemeindewappen und der Inschrift "Rathhaus / Erbaut unter Bürgermeister / Alois Barth / 1877" befand sich am 1981 abgebrochenen "alten" Hardheimer Rathaus. G 25.2 Statistik des Amtes Hardheim; 1725 Im Zuge des Aufbaus des Amts Hardheim wurde im Jahr 1725 in der bischöflichen Verwaltung in Würzburg diese umfangreiche "Tabell" ausgearbeitet; sie enthält auf einen Blick wichtige Angaben zur Verteilung der herrschaftlichen Rechte in den zugehörigen Orten - neben Hardheim und einigen kleineren Höfen v.a. in Schweinberg, Pülfringen, Bretzingen, Gerichtstetten, Waldstetten und Höpfingen. (Staatsarchiv Würzburg, Würzburger Risse und Pläne I/204) G 25.3 Denkmal für Kaiser Karl VI. in Breitenau - am 13. Dezember 1711 mußte Karl VI. auf der Reise von Barcelona zu seiner Krönung in Frankfurt den nicht geplanten Umweg über das Erfatal nehmen, da das Taubertal bei Tauberbischofsheim durch ein Unwetter nicht passierbar war. G 25.6 Die fürstbischöfliche Residenz in Würzburg symbolisiert wie andere Schlösser aus der Zeit des Barock den absoluten Machtanspruch ihrer Erbauer und erscheint deshalb sogar auf einem Gesellenbrief des aus Hardheim stammenden Schreiners Joseph Anton Popp aus dem Jahr 1795. G 25.8 Unbekannter Meister: Demian Hugo von Schönborn; 1741 Seit dem 17. Jahrhundert hat die Familie von Schönborn eine lange Reihe bedeutender Bischöfe hervorgebracht, zu denen auch Demian Hugo von Schönborn (1676 - 1743) zählte - er war seit 1715 Kardinal, wurde 1719 Bischof von Speyer und 1740 Bischof von Konstanz. Von besonderer Bedeutung für Hardheim waren sein Großonkel Johann Philipp von Schönborn (1605 - 1673, seit 1642 Bischof von Würzburg, seit 1647 Erzbischof von Mainz und seit 1663 Bischof von Worms) und seine Brüder Johann Philipp Franz (1673 - 1724, 1719 - 1724 Bischof von Würzburg) und Friedrich Karl (1674 - 1746, Reichsvizekanzler 1705 - 1734, seit 1729 Bischof von Würzburg und Bischof von Bamberg). |
G 26Hardheim und NapoleonNapoleon war an allem
schuld - so könnte man auch im Falle Hardheims sagen. Doch die Wahrheit ist
komplizierter.
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| G 26/1 Der Code Napoléon Mit der
Veröffentlichung des Code Napoléon am 21. März 1804 erlangte in Frankreich erstmals in
der Geschichte ein bürgerliches Gesetzbuch Gültigkeit, in dem alle Bereiche des
Zivilrechts - vor allem auch des Vertragsrechts - festgehalten und geregelt wurden. |
Exponattexte G 26.3 |
G 27Bürgermeister und GemeindeHardheim war nun
badisch, aber doch nicht ganz: die Fürsten von Leiningen behielten eine Reihe staatlicher
und feudaler Rechte. |
Exponattexte G 27.1 Einige Möbel sind mehr als 200 Jahre alt - so die Hardheimer Gemeindetruhe und der Hardheimer Ratstisch -, während der Großteil mit wenigen neueren Ausnahmen aus dem letzten Jahrhundert stammt. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Wahlurne (aus Bretzingen), der Tresor (aus Dornberg), das hölzerne Schreibzeug (aus Rüdental) und die beiden Böller aus Erfeld - letztere standen ursprünglich allerdings nicht in der Amtsstube, sondern wurden bei besonderen Anlässen im Freien abgefeuert. |
G 29Fürst und BürgerIn der ersten Hälfte
des letzten Jahrhunderts stand auch in Hardheim das neue bürgerliche Zeitalter dem
Festhalten an den alten feudalen Verhältnissen gegenüber. |
Exponattexte G 29.1 |
G 30Das bürgerliche JahrhundertIn der weitgehend
noch ländlich geprägten Gemeinde Hardheim orientiert sich das Leben mit dem Aufstieg des
Bürgertums in Wirtschaft und Gesellschaft wie anderswo an bürgerlichen Werten. |
Exponattexte G 30.5 |
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| G 30a.1 Polsterstühle; um 1790 Diese Polsterstühle stammen aus dem Speisezimmer des Geheimrats Georg Adolph Melber aus Frankfurt a. M.; seine Frau Johanna Melber, geborene Textor, war die Schwester von Johann Wolfgang Goethes Mutter Catharina Elisabeth. Die Köchin der Familie Melber, Josephine Henninger, stammte aus Hardheim; die Stühle waren ein Geschenk an Josephine, als die Familie Melber ein neues Speisezimmer kaufte, und gelangten ihrem Nachlaß nach Hardheim. Goethe selbst war in seinen Kinderjahren häufig bei seiner Tante zu Gast; besonders beeindruckt war er von ihrer liebevollen Fürsorglichkeit; sie habe "Abgötterei" mit ihm getrieben. Er berichtet: "Auch in ihrem Hause war um sie her alles bewegt, lebenslustig und munter, und wir Kinder sind ihr manche frohe Stunde schuldig gewesen." |
G 31Kaiser und UntertanIn den sechziger
Jahren des letzten Jahrhunderts gelingt es dem preußischen Politiker Otto von Bismarck,
den bürgerlichen Traum vom geeinten Deutschland unter preußisch-aristokratischen
Vorzeichen zu verwirklichen. |
Exponattexte G 31.2 |
G 321914 - 1918: Der Erste WeltkriegDie aggressive
Politik des Deutschen Kaiserreichs und anderer europäischer Großmächte führt in den
Ersten Weltkrieg. |
Exponattexte G 32.2 |
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G 331919 - 1933: Die Weimarer RepublikDie erste parlamentarische Republik auf deutschem Boden wurde auch in Hardheim von politischen, wirtschaftlichen und sozialen Konflikten geprägt. Exemplarisch für diese Belastungen erscheinen in Hardheim eine vierfach wiederholte Bürgermeisterwahl - zwischen dem Rücktritt des alten Amtsinhabers im Dezember 1918 und der endlich erfolgreichen Wahl im November 1919 -, negative Entwicklungen in der Wirtschaft - so gehen 1926 durch den Konkurs der Fränkischen Holzwerke weit über 10% der industriellen Arbeitsplätze in Hardheim verloren - und schließlich soziale Belastungen durch die hohe Arbeitslosigkeit Ende der zwanziger Jahre auch in Hardheim. |
Exponattexte G 33.3 |
G 341933 - 1945: Nationalsozialismus und Zweiter WeltkriegNeben vielen anderen Aspekten der Zeit des
Nationalsozialismus - nicht zuletzt der Verbrechen gegenüber den Juden - steht auch in
Hardheim die Vorbereitung auf den Krieg für die Zivilbevölkerung im Vordergrund - seit
Mitte der dreißiger Jahre wird der Luftschutz organisiert. Die nationalsozialistischen
Machthaber streben gezielt einen Krieg an, dessen furchtbare Auswirkungen auf die
Zivilbevölkerung wissend in Kauf genommen werden. |
Exponattexte G 34.1 |
G 351945-1949: Amerikanische BesatzungszoneNach der Niederlage
des Deutschen Reiches, das mit dem Zweiten Weltkrieg einen der furchtbarsten und
folgenschwersten Kriege der Weltgeschichte provoziert und begonnen hatte, wurde das
gesamte Territorium von den Siegern besetzt - Hardheim lag wie ganz Nordbaden in der USBZ,
der amerikanischen Besatzungszone. |
Exponattexte G 35.2 G 35.5 |
G 36Die Jugend des Willi WertheimerAm 26. März 1897
wurde dem Lehrer der jüdischen Gemeinde in Hardheim, Emanuel Wertheimer, und seiner Frau
Marianne das neunte Kind geboren. Der Junge wurde auf den Namen Willi getauft. |
Exponattexte G 36.1 |
G 37Flucht vor dem VerbrechenAuch nach der
Machtergreifung der Nationalsozialisten bleibt Willi Wertheimer Lehrer der jüdischen
Gemeinden der Umgegend, wie seine Glaubensgenossen von den bisherigen Freunden und
Nachbarn mit wenigen Ausnahmen zunehmend schikaniert. |
G 38War Hardheim je meine wahre Heimat?Nachdem Willi
Wertheimer den Mördern seines Volkes entkommen ist, sucht er für den Rest seines Lebens
eine Heimat: er wird Bürger der USA und zum zweiten Mal in seinem Leben Soldat - in der
US Army. |
Exponattexte G 38.1 |
G 39Vom Postkarren zum FernmeldesatellitenUnsere Gegenwart wird
bestimmt von verschiedenen Medien - Hilfsmitteln zur zwischenmenschlichen Kommunikation. |
Exponattexte G 39.1 |
© 1998-2000 Peter Wanner M.A.